Sonntag, 2. August 2009

Das grosse Transport-ABC

Wir haben in den letzten 19 Tagen mehr als 2.000 Kilometer zurueckgelegt und dabei viel ueber die verschiedensten brasilianischen Fortbewegungsmittel gelernt. Deshalb fuer euch hier und jetzt das ABC des oeffentlichen Nahverkehrs :)

Stadtbus: Nicht zu verwechseln mit der gemeingefaehrlichen und arktisch klimatisierten Ueberlandvariante. Verkehrt haeufig entweder ueberhaupt nicht oder in der Kolonne. Wird durch wildes Winken am Strassenrand angelockt. Bei besonderen Anlaessen koennen filmreife Polizeirazzien auftreten.

Buggy: Wird vorzugsweise in Duenenlandschaften von Nationalparks eingesetzt. Die Vierradantriebsvariante des tiefergelegten deutschen Golfs. Wird von Einheimischen gerne als Statussymbol spazieren gefahren und akribisch gepflegt. Besonders gerne zu nachtschlafener Zeit und dann ausschliesslich bei laufendem Motor, um die Nachbarn des gesamten Landkreises neidisch zu machen.

Speedboot: Was James Bond kann, koennen wir schon lange! Wird fast ausschliesslich von zahlungskraeftigen Touristen genutzt, um in kuerzester Zeit (und in schickem orangen Rettungswestenoutfit) alle Regenwaldwasserstrassen abzuklappern, moeglichst viele Bilder zu machen und sich ein wenig am Adrenalinkick zu berauschen. Vorsicht! Auch bei ruhigem Flusswasser besteht Seekrankheitsgefahr!

Ueberlandbus: Wird gerade bei laengeren Strecken gerne fuer Nachtfahrten genutzt. Nachdem man die hermetisch abgeriegelte Fahrerkabine passiert hat, sollte man auf einen Platz achten, der eine Mindestentfernung von 3 Meter zur Toilette hat. Andernfalls besteht akute Geruchsbelaestigung durch permanente WC-Ausduenstungen! Waehrend der Fahrt fallen 80 Prozent der Fahrgaeste haeufig in eine voruebergehende Kaeltestarre, da sich die mittlere Temperatur innerhalb des Busses bei ca. 10 Grad bewegt. Kurzzeitige Hitzeschocks beim Betreten der 50 Grad heissen Toilette moeglich.

Privattaxi: Beliebte Abzockvariante in laendlichen Gebieten. Man nehme vier zahlungskraeftige Touristen mit schwerem Gepaeck und staple sie moeglichst effektiv in den kleinsten auffindbaren Fiat. Danach faehrt man sie quer durchs Land und uebertoent ihre Protest- und "Meine Beine sterben ab"-Rufe mit lauter Musik.

Taxis: VW-Bus, der zwischen kleineren Doerfern als Fortbewegungsmittel eingesetzt wird. Physikalisch nicht erklaerbar, aber: Innen groesser als aussen. Vor allem Einheimische jenseits der 60 sprengen gerne jede Kapazitaetsgrenze indem sie sich mit saemtlichen Einkaeufen auf die letzten freien zwei Zentimeter setzen. Wie war nochmal die Mindestkaefiggroesse fuer Legebatteriehuehner? :)

Fortsetzung folgt demnaechst... dann mit lustigen Geschichten von unserer Amazonastour! :)

3 Kommentare:

  1. Ja sau cool. Ich hoffe ihr habt auf euren Fahrten die Aussicht genossen und ein kleines Schwätzchen mit den Einheimischen gehalten ;-)

    so, hier sind es gerade 15 Grad und es regnet. ABER ab morgen sollen es wieder 30 Grad werden. Toppt mal das !!!

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  2. Na, aber es klingt vor allem nach Spaß! Ein langer Dauerurlaub!
    Wie war denn der Karneval?

    Basti

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  3. Heyho, das wilde Ostdeutschland grüßt und hofft, dass ihr im Amazonas keine grrrrrrrr - Tiere trefft :-) Nach wie vor gut aufpassen, yes?

    Und zum Gemüts- und Wetterzustand hier: Klärchen linst gerade durch eine diiiiiicke Wolkenschicht.

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