Samstag, 27. Februar 2010

Gringo - Peruaner - Bolivianer - Indígena?

Ich sitze im Nachtbus vom peruanischen Nasca in die Grossstadt Arequipa und friere. Der Grund? Alle warmen Decken sind ausschliesslich für Fahrgäste der 1. Klasse reserviert und die Klimaanlage kühlt den Bus unerbittlich auf ungemütliche 10 Grad herunter. Mein verzweifeltes Bitten und Betteln beim Buspersonal bleibt erfolglos und so wird in der 2. Klasse in dieser Nacht viel geschimpft und viel gefroren.

Zweiklassengesellschaft Peru.

Reist man ein paar Wochen durch Südamerika, so fällt auf, dass sich gerade die beiden Andenstaaten Peru und Bolivien auch heute noch mit der Gleichstellung ihrer indigenen Bevölkerung abmühen, deren Mitglieder in diesen Ländern immerhin rund 45 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Die Ureinwohner und Nachfahren der Inka leben meist von den kargen Erträgen einer kleinen Landwirtschaft oder sind in die Ballungsgebiete um Lima und La Paz migriert, um ihren Kindern durch ihre Arbeit als halb-legale, geduldete Strassenverkäufer oder Schuhputzer ein besseres Leben ermöglichen zu können.

Die meisten der Indígenas sind Analphabeten und sind auch heute noch in allen wichtigen und prestigeträchtigen Ämtern unterrepräsentiert.

Als Folge dessen grenzen sie sich bewusst durch ihre Sprachen (Aymara in Bolivien und Quechua in Peru), ihre Traditionen und Trachten von den spanisch-stämmigen Bürgern ab.

Mit der Wahl von Evo Morales zum Staatspräsidenten Boliviens ist im Jahr 2005 erstmals in der Geschichte des Landes ein Indígena-stämmiger Kandidat an die Macht gekommen - eine Position, die er bis heute inne hat.

Vielleicht ja ein erster Schritt in die richtige Richtung?

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